Über alle Anfänge und Enden

Über alle Anfänge und Enden

Über all die Anfänge und Enden

* Losgehen und Innehehalten *

Die Gründe warum sich jemand für oder gegen ein Beratungs- und/oder Therapieangebot entscheidet sind hoch individuell.

Wer Hilfe sucht, hat oftmals das Gefühl, dass er wichtige Lebensziele, die eigentlich erreichbar wären und in bestimmten Lebensphasen auch erreicht wurden, derzeit nicht erreicht.

Den gut gemeinten Satz „Sich für oder gegen etwas zu entscheiden, ist auch bereits eine Entscheidung, die du für dich triffst“ hat ganz bestimmt einer jeder von uns schon mindestens einmal in einer bedeutsamen Phase seines Lebens gehört.

Wenn Sie sich diesen Satz einmal so richtig auf der Zunge zergehen lassen, was empfinden Sie persönlich beim Lesen dieser Worte? Sind es dienliche Worte, die Sie beim Treffen einer für Sie wichtigen Entscheidung unterstützen, die Sie aufbauen und Zuversicht schenken? Oder empfinden Sie vielleicht Druck und ein Gefühl von Überforderung, während diese Wort sich ihren Weg in ihr Inneres bahnen?

Gut gemeint, ist nicht immer gut gemacht.

Für viele Menschen, besteht oft innerlich der Wunsch im Hier und Jetzt in Bewegung zu kommen. Sie möchten eine passende Entscheidung für sich treffen oder lernen, selbstbewusster zu werden. Sie möchten einen guten Umgang mit ihren Gefühlen finden, ihre Fähigkeit sich zu entscheiden zurückgewinnen oder weiterentwickeln. Es geht ihnen darum, sich innerlich wieder freier zu fühlen, tun und lassen zu können was ihnen sinnvoll, nötig und wünschenswert erscheint.

Sich mit den Rhythmen des eigenen Lebens vertraut zu machen, kann dabei eine Möglichkeit darstellen, die Entlastung in den aktuellen Alltag bringt und die einen neuen Raum öffnet – einen für neue Möglichkeiten.

Ein Raum, in dem all unsere Gedanken und Empfindungen, die absurden, die wilden, die einfachen und die herausfordernden zerdacht, erprobt, erfühlt und wieder verworfen werden können.

Ein Raum, in dem es egal ist, ob wir vier Schritte zur linken und/oder einen halben zur rechten Seite, acht nach hinten oder sieben mittelgroße nach vorne machen. Ein innerer Raum (unserer Raum), in dem es egal ist wie oft wir uns im Kreis drehen und wie oft wir für auf der Stelle stehen um innezuhalten. Ein Raum, der frei von Bewertung ist und somit Wachstum (Entwicklung, Entscheidungsfindung) ermöglicht.

Verstehen wir also, dass unsere Fähigkeit Entscheidungen zu treffen, ihrem eigenen Rhythmus unterliegt, einem Rhythmus, der von all unseren Erfahrungen und Einflüssen sowie von unserem Naturell (mit-)bestimmt wird, können wir zum einen uns selbst wohlwollender gegenübertreten und zum anderen negative Faktoren von außen, wie etwa ein gut gemeinter Rat, besser abschirmen.

Rhythmen bestimmen unser Leben von der Wiege bis zur Bahre und sind überall zu finden.

Finden wir einen Zugang zu unserem eigenen Rhythmus, bedeutet das, dass wir uns selbst wieder näherkommen, uns und unsere Art und Weise des Handelns und Nicht-Handelns besser verstehen und annehmen können.

Dies ist eine mögliche Sicht auf Veränderungen, die Akzeptanz für die Unentschlossenheit – sich für oder gegen etwas zu entscheiden – ermöglicht und das innerliche Hadern und Abwägen vielmehr als einen (unseren) rhythmischen Tanz zwischen den verschiedenen Wahlmöglichkeiten versteht und weniger als die Unfähigkeit kluge Entscheidungen für sich und/oder für andere treffen zu können.

Ein Tanz zu einer Melodie, dessen Schrittfolge und Rhythmus nur wir selbst kennen(-lernen) können.

 

Welche Entscheidung ist euch in eurer Vergangenheit leichtgefallen?

Welche Entscheidungen habt ihr nicht mit links getroffen und euch sozusagen viele extra Runden gegönnt bevor ihr in der Lage wart euren nächsten Schritt zu gehen?

Wofür waren diese extra Runden wichtig?

Was haben sie euch ermöglicht und gelehrt?

 

Für sich selbst einstehen

„Wir dürfen uns nicht von den beschränkten Vorstellungen anderer Leute definieren lassen.“

Virginia Satir

 

Zur persönlichen Entfaltung brauchen wir eine Umgebung, die uns ernst nimmt und uns sowohl Halt als auch Freiheit schenkt, eine Umgebung, die getragen ist von Neugierde, Anerkennung und Mitgefühl.

Gut gemeinte Impulse von Außen können, ohne Überprüfung auf ihre Wirkung, beim Gegenüber als limitierend und einschränkend aufgenommen werden und sind somit weniger hilfreich.

Um zu Wachsen brauchen wir Menschen, mit denen wir in einer inspirierenden und bereichernden Wechselwirkung stehen, die uns dabei unterstützen, unseren Horizont zu erweitern und die uns zum Andersdenken einladen, uns Mut machen, Neues zu erkunden.

Was wir brauchen, ist eine respektvolle Umgebung, jemanden der sich mit uns freut, über all das, was sich für uns bisher bewährt hat und uns so annimmt, wie wir sind.

Entscheide selbst, welche Umgebung …

… dich nährt?

… dir gut tut und dich in deinem Leben unterstützt?

… dir beim über dich Hinauswachsen hilft, bedingungslos und zugewandt?

… das Interesse daran hat dich zu verstehen?

… dich in deinem Anliegen sieht und dir das Mitgefühl schenkt, welches du gerade          brauchst?

 

Sei es dir wert und sorge für dich.

Liebst, Sarah Müller

Weil gut gemeint, nicht automatisch gut gemacht ist …

„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit.“ (Viktor Frankl)

 

In unserem Alltag sind wir es gewohnt auf eine bestimmte Weise, auf bestimmte Situationen zu reagieren. Doch wer immer auf die gleiche Art reagiert, wird auch immer die gleichen Ergebnisse (Konsequenzen) erfahren. Wer es wagt und seine Einstellungen und Überzeugung (Paradigmen) überprüft bzw. hinterfragt, gewinnt Abstand und etwas mehr Raum. Die wahrgenommene Welt kann nun ein kleines bisschen unvoreingenommener betrachtet werden. Diese offene Haltung ermöglicht es, die eine oder andere (Lösungs-)Strategie zu erproben und das Verhaltensrepertoire zu erweitern. Ein Weg, der die Entfaltung der eigenen Potentiale in einem Miteinander ermöglicht und zugleich die eigene innere Haltung stärkt, voranbringt.

Liebst, Sarah Müller

Vom Zauber der Veränderung

… In jedem Anfang wohnt ein Zauber inne …

Nie zuvor war unser Leben so schnelllebig und unplanbar wie in der Andersartigkeit dieser Tage. In einer Welt, die immer lauter und hektischer wird, wächst in uns das Bedürfnis nach innerer Ruhe, Vertrautheit und Sicherheit. Dabei hält das Leben immer wieder vielfältigste Phasen für uns bereit. Phasen des Glücks und vollkommener Zufriedenheit, aber auch Phasen die geprägt sind von großer Erschöpfung und des Leids. 

Wir alle sind (ein-)gebunden. Eingebunden in Familie, Freund- und Liebschaften, Freizeitgestaltungen, in die Arbeitswelt. Seit der Stunde unserer Geburt bewegen wir uns nahezu nahtlos von einem (Anforderungs-)Bereich in den nächsten: Familie, Kindergarten, Schule, Ausbildung, Familiengründung. Die Reihenfolge der Lebensereignisse kann im Detail natürlich variieren und sind nur im Wesentlichen klar definiert. Hinzu kommt, dass wir den zahlreichen Ein- und Vorstellungen unseres Umfeldes in unseren ersten Lebensjahren unmittelbar ausgeliefert sind. Sie nehmen Einfluss darauf, ob wir die zahlreichen Veränderungen in unserem Leben mit Freude willkommen heißen oder wir diesen eher mit Skepsis begegnen.

Kündigt sich eine Krise an, braucht es oft Zeit und Geduld, um zu realisieren, dass sich etwas nicht mehr stimmig anfühlt. Oftmals ist es so, dass wir Gefühle des Unwohlseins lange Zeit in Kauf nehmen, als wirklich etwas in unserem Leben zu verändern.

Uns nahestehende Personen bemerken zumeist frühzeitig, dass sich in uns etwas tut, etwas in uns in Bewegung kommt. Für sie ist es dann oft nur schwer nachvollziehbar, warum wir nicht längst etwas an der aktuellen Situation verändert haben, so z. B. den Umgang mit unserem Partner und/oder unseren Kindern, sich beruflich neu zu orientieren oder uns aus einer Beziehung zu lösen, die uns nicht guttut.

Veränderungen können Angst machen.

Veränderungen können Angst machen und unseren gewohnten Alltag durcheinander bringen. Dabei ist diese Angst vor Veränderungen grundsätzlich nichts Verwerfliches, ganz im Gegenteil. Eine gesunde Skepsis gegenüber Veränderungen hat durchaus seinen Sinn: gerade dann, wenn das Risiko einer bevorstehenden Veränderung für uns kaum abschätzbar ist und/oder Gefühle von Unsicherheiten in uns auslöst, also eine echte Gefährdung für unser Sein bedeuten würde. Die gewohnten Pfade zu (be-)gehen scheinen in Anbetracht der Situation die bestmögliche Alternative zu dem Unbekannten, denn im Bekannten kennen wir uns aus, wissen wir wie wir handeln müssen, wie wir uns schützen können.

Stecken wir in einer persönlichen Krise – einer Phase, geprägt von Veränderungen – wollen  wir schnell wieder aus dieser Situation herauskommen. Dass das Jonglieren mit Herausforderungen zu unserem alltäglichen Leben dazu gehört und zumeist etwas ist, woran wir wachsen und lernen können, ist für uns in solchen Phasen des Lebens nur schwer vorstellbar, schwer annehmbar. 

Wie wir in unserem Leben mit herausfordernden Situationen umgehen, hängt dabei von unserem Vorwissen ab, davon wie wir familiär geprägt wurden und durch all das, was wir im Laufe der Jahre erlebt und erfahren haben. Wurden unsere Bedürfnisse in der Kindheit nicht ernst genommen oder abgelehnt, geben wir diesen in unserem späteren Leben oft selbst auch keinen Raum. Wir haben kaum einen Blick dafür oder eine Ahnung davon, was wir wirklich brauchen, welche Bedürfnisse uns wichtig sind und nach welchen Wertvorstellungen wir unser Leben ausrichten, ausrichten wollen. 

Die Macht von Gewohnheiten und Prägungen ist groß. Ob wir es wollen oder nicht, wir entscheiden oft ganz unwillkürlich, wofür wir unsere Energie aufbringen und wofür nicht. Dies ist eine von der Natur in uns angelegte (Sicherheits-)Funktion unseres Gehirns, um uns vor einem unnötigen Energieverlust zu schützen. Alltägliche Dinge wie z.B. das Atmen, Laufen, Fahrrad- oder Autofahren sind erlernte Fertigkeiten, die im Laufe der Zeit als gewohnte Routinen zu unserem (Lebens-)Alltag dazu gehören. Ungefähr 40 Prozent aller unserer täglichen Handlungen laufen in dieser Form ab. Unser Gehirn muss sich somit weniger anstrengen und spart kostbare Energie, eine sehr ressourcenorientierte und effiziente Strategie. 

Wollen wir also Veränderungen in unserem Leben willkommen heißen, stellt uns das nicht nur gefühlt vor etwaige Herausforderungen. So lieb und teuer uns nämlich unsere Gewohnheiten werden können, so schwer fällt es uns, diese auch wieder los zu werden. All unsere liebgewonnen und bequemen Gewohnheiten, haben in unserem Gehirn ihre Spuren hinterlassen. Diese eingelaufenen Pfade zu verlassen, braucht Zeit und kostet Energie. Doch jeder von uns, der regelmäßig einer geliebten Tätigkeit nachgeht wie etwa Sport zu treiben, Malen, Lesen oder ein Musikinstrument zu spielen, weiß, dass sich durch die wiederholte Handlung ein positiver Effekt einstellt.

Machen wir uns bewusst, dass alles, was wir in unserem Leben machen oder auch nicht,  aktive Entscheidungen sind, die wir treffen und dass jede Entscheidung einen Veränderungsprozesse mit sich bringt. 

Man könnte also meinen.

Veränderungen sind ein kostbares Gut, welches wir uns bewusst-machen und in unserem alltäglichen Leben kultivieren sollten. Denn genau hier, wo wir gerade sind und stehen, sind wir richtig. Nehmen wir uns Zeit, spüren wir den Boden unter unseren Füßen, die klare Luft und das Licht. Wir können uns gewiss sein, dass alles in unserem Leben einen Sinn, seine Zeit, seinen Ort und seinen Platz hat. Machen wir uns nun bewusst, dass auch jede von uns zuvor getroffene Entscheidung – egal ob groß oder klein – uns zu dem gemacht hat, was wir sind, unser Denken formt und prägt, unsere Sicht auf die Welt beeinflusst und dafür verantwortlich ist, wie wir mit uns selbst und auch mit anderen umgehen, also wie wir letztendlich mit Veränderungen umgehen, Krisen bewerten und Hindernisse bewältigen.

Was würde mit uns passieren, wenn wir uns darüber bewusst-werden, dass unser Sein, unser Verhalten und unsere Reaktionen auf Veränderungen einen enormen Einfluss auf unsere zukünftige Lebensgestaltung haben? 

Sich selbst Zeit zu schenken, um Veränderungen im Leben ganz bewusst zu begegnen und nicht in den gewohnten affektiven Aktionismus zu verfallen, sondern den Blick nach innen zu richten, um neue mögliche Pfade zu erkunden, zu (be-)gehen.

Um unseren Bedürfnissen und Werten wieder etwas näher zu kommen, uns selbst (wieder) mehr zu spüren und somit wieder mehr Stimmigkeit und Stärke in unserem Leben willkommen zu heißen, empfiehlt es sich, sich mit den folgenden Impulsen zu beschäftigen:

  • (Aus-)Zeit (zu-)nehmen: Welche (Aus-)Zeit nehme ich mir? Was brauche ich?
  • Wie steht es um meine persönlichen Bedürfnisse und Werte? Bin ich mir dieser bewusst?
  • Habe ich mich in der letzten Zeit wirklich gut um mich gekümmert oder habe ich eher den äußeren vermeintlich wichtigeren Ansprüchen genügt?
  • Welche meditativen Elemente gibt es in meinem Alltag? Welche meditativen Elemente würden mir gut tun und wären lohnenswert, sie in meinem Leben zu integrieren (z.B. geführte Meditationen, Wald-Spaziergänge, Ruhepause in Stille, regelmäßige Schlafroutinen, Atemübungen, gutes Essen etc.)?
  • Gespräche mit lieben Menschen: Mit anderen ins Gespräch zu kommen, sich zu öffnen, darüber zu reden, was einem wichtig ist. Der Austausch tut gut und kann dabei helfen dem innerlichen Gedankenkarussell den Schwung zu nehmen
  • Sich zu fragen, was man als Kind gebraucht hätte, um mit Hindernissen und/oder Krisen besser umzugehen. Sich zu fragen, was man als Kind machen wollte, „wenn man groß ist“; was man damals gern gemacht hätte
  • Zu überlegen, welche Ernährung und Bewegung mir jetzt gut tun würde.

Sich seiner Seele, seinem Innersten selbst zuzuwenden und sich eine echte Auszeit zu erlauben, kann zutiefst erfüllend sein und unserem Leben eine heilsame Richtung geben und uns dabei unterstützen, Veränderungen anzugehen und zu bewältigen – die Scheu vor Veränderungen zu überwinden.

Persönliches Nachwort:

„Ich bereue nichts im Leben, außer dem, was ich nicht getan haben.“ Coco Chanel

Coco Chanel lebte ein bewegendes Leben. Inspiriert von dem Zitat und ihren Worten entstand dieser kleine Impulstext. Ich wünsche mir für uns Menschen, dass wir unser Zögern überwinden und wir immer versuchen Neues kennenzulernen. Was ich damit meine, ist, dass wir stets den Mut haben Neues in unser Leben zu integrieren und zugleich das Vertrauen in uns tragen, jeder Zeit zu dem zurückkehren zu können, was wir bereits kennen und schätzen. Zurückzukehren zu dem, was sich für uns bewährt hat, uns nährt und uns Sicherheit gibt.